Der nächste Norovirus kommt bestimmt

Der nächste Norovirus kommt bestimmt

Die Serie der schweren Brechdurchfall-Erkrankungen durch Noroviren scheint nicht abzureißen: In den vergangenen Wochen waren etliche Gäste eines Flusskreuzfahrtschiffes auf dem Rhein, Passagiere der „Queen Mary 2“ und zahlreiche Hotelgäste in Neustrelitz und Gifhorn betroffen. Nun deckte der aus dem TV bekannte Hotel- und Tourismusberater Ulrich Jander schwere Sicherheitslücken auf.

 

Speziell in in Deutschland beliebten Flusskreuzfahrtschiffe werden von der Wasserschutzpolizei gar nicht auf Hygienezustände hin kontrolliert. Was in der Hotellerie (an Land) seit vielen Jahren amtlicher Standard ist, fehlt auf den Wasserstraßen komplett.

„Urlaubsschiffe auf unseren Flüssen werden im Sinne der Lebensmittelüberwachung überhaupt nicht kontrolliert“, berichtet Jander. Die Wasserschutzpolizei sei überfordert, wenn es zum Beispiel um Zuständigkeiten bei internationalen Reedereien gehe oder um Hygieneüberprüfungen bei Mitarbeitern auf den Flusskreuzfahrtschiffen.

Offen sei auch bislang, wie die Lebensmittellagerung auf den Hotelschiffen überwacht werden könne. Gerade in Kühlräumen erlebt Jander bei seinen zahlreichen Hygienekontrollen Überraschungen... „Bislang fragt keiner auf den Flusskreuzfahrtschiffen nach, wie es um die Einhaltung der HACCP-Bestimmungen steht oder ob die DIN-Normen für die Temperaturen auf Büffets beachtet werden“, so Jander.

Da auch Hotelschiffe, wie zuletzt auf dem Rhein, von einem Noroviren-Befall betroffen sein können, gebe es hier dringenden Handlungsbedarf. Es müsse im Sinne der Gäste gehandelt werden, um mehr Transparenz beim Thema Hotelsicherheit ein Einhaltung der Hygienevorschriften zu gewährleisten. Jander regt dazu eine Selbstverpflichtung der Reedereien an. Ähnlich wie in der Hotellerie, wo er seit Jahren das Hygiene- und Sicherheitszertifikat „Gastro Smiley“ verleiht, sei eine spezielle Überprüfung und Auszeichnung sinnvoll.

Forscher warnen vor neuem Norovirus-Typen "Sydney 2012"

Noch in diesem Winter könnte es auch in Europa zu weiteren schweren Norovirusinfektionen kommen. Eine internationale Forschergemeinschaft warnte nun vor dem neuen Brechdurchfall-Erreger "Sydney 2012", der vor kurzem in Großbritannien, Niederlanden und Japan entdeckt worden war. Die Zusammensetzung des Virus lasse befürchten, dass gegen diesen Erreger viel weniger Menschen immun seien als gegen bisherige Norovirustypen, schreiben die Experten in einer Warnmeldung, wie der "Focus" berichtete.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 100.000 Norovirusinfektionen registriert. Das Norovirus ist hoch ansteckend und wird von Mensch zu Mensch übertragen. Gerade Hotels oder Tourismusunternehmen, deren Gäste von Noroviren befallen werden, stehen in diesen Krisenfällen in den Schlagzeilen.

 

Checkliste - Wie man sich bei einem Befall durch Noroviren richtig verhält

Vorbeugen hilft, besonders das Desinfizieren der Hände. Eine optimale Möglichkeit eine Infektion zu vermeiden, besteht darin, entsprechende Desinfektionsmittel-Spender da aufzustellen, wo die meisten Menschen zusammen kommen, zum Beispiel im Speiseraum.

Auch die bordeigenen Wäschereien und Spülküchen sind hier gefordert. Das beginnt beim Abkochen von Wäsche und Geschirr und geht bis zu einem eingeschränkten Kontakt mit anderen Personen. Ebenfalls bergen Türklinken und Stühle mit Armlehnen eine große Gefahr für Übertragungen. Einmal angefasst werden Viren und Keime, die sich darauf befinden, weiter getragen. Bestecke an Buffets, derer sich die Gäste bedienen um sich ihr Essen zu nehmen, können Keime und Viren übertragen und das Ganze führt zu einer Kettenreaktion. Erste Anzeichen einer Erkrankung werden unter Umständen zunächst ignoriert oder auch nicht ernst genommen – man kann sich ja schon mal den Magen verderben – aber eine Verbreitung des Norovirus geht rasend schnell. Die Inkubationszeit beträgt nur einen halben bis zwei Tage, je nach Konstitution.

Ein wichtiges Thema ist auch die Schulung des Kabinenpersonals. Wie auch in der Hotellerie üblich, geht das Reinigungspersonal mit einem Lappen durch sämtliche Kabinen wischt durch Waschbecken und Toiletten und poliert die Wasserhähne. Das wird in allen Kabinen so gehandhabt – so hat dann jeder Passagier etwas davon. Auch in diesen Bereichen muss ein klares Umdenken erfolgen und die Mitarbeiter müssen diesbezüglich sensibilisiert werden.

Gefahr kann auch durch die Art der Zubereitung entstehen, so warnte das Verbraucherschutzministerium vor Noroviren in Austern kurz vor Weihnachten.

Vorbeugen ist möglich durch:

  • Desinfektionsspender, berührungslos
  • Wechsel der Reinigungstücher pro Kabine
  • Wäsche ggf. mit Desinfektionsmittel behandeln, bzw. bei 95°C waschen.
  • Geschirrspülmaschine, Reiniger mit Desinfektion und erhöhte Temperatur
  • Notfallplan vorhalten
  • Den Gästen ausreichend Flüssigkeit (Wasser) zur Verfügung stellen
  • Regelmäßige Desinfektion der Kabinen
  • Einhaltung des HACCP-Konzepts im Küchenbereich


Gerade Kreuzfahrtschiffe fallen, wenn sie nicht gerade die USA anlaufen, sehr häufig aus dem Kontrollraster, und Flusskreuzfahrtschiffe sind besonders betroffen. Die Frage, ob zum Beispiel die Wasserschutzpolizei Kontrollen durchführt, muss mit ‚Nein’ beantwortet werden. Dies ist ein ganz großes Problem. Betriebsstätten, die sich auf dem Festland befinden, werden regelmäßig kontrolliert, dagegen befinden sich die schwimmenden Hotels in einer gewaltigen Grauzone. Bei diesem Thema gibt es erheblichen Nachholbedarf.

 

Quelle: Tophotel

 



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