Brandstiftung in Tiefgaragen – Top 5 zur Brandbekämpfung


(Bad Griesbach, 02. Januar 2012) Erst brannte nur ein Auto, wenige Tage dann sieben: In den Bad Griesbacher Hotels Griesbacher Hof und Drei Quellen hat offenbar ein Brandstifter Feuer jeweils in den Tiefgaragen gelegt. Die Polizei bittet nun die Bevökerung im Mithilfe. Die Gäste der betroffenen Hotels seien ruhig geblieben und nicht abgereist, berichtete die „Passauer Neue Presse“.
Aufruf der Polizei:
Wer hat am 22. Dezember von 17 bis 17.30 Uhr bzw. am 27. Dezember von 18 bis 18.30 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Thermalbadstraße gesehen? Hinweise nimmt die Kripo Passau unter Tel. 0851/9511-0 entgegen.

In den vergangenen Tagen erregten Großfeuer in Hotels wie in Bad Griesbach, in Saalbach-Hinterglemm oder am Titisee im Schwarzwald – wir berichteten – Aufsehen. Hotel-Experte Ulrich Jander bemängelt den Umgang der Gastbetriebe mit Brandschutz und vorbeugenden Maßnahmen wie Feuerwehrübungen.
 
Etliche Hoteldirektoren gehen immer fahrlässiger mit den Themen Prävention und Brandschutz um

„Etliche Hoteldirektoren gehen immer fahrlässiger mit den Themen Prävention und Brandschutz um. Äußerungen wie ‚Bei uns hat’s noch nie gebrannt’ oder ‚Dann kriegen wir halt eine Renovierung von der Versicherung bezahlt’ sind nur ein paar der obligatorischen Aussagen“, berichtet Jander.

Brandschutz ist ein kostenintensiver Faktor, der gerne von den verantwortlichen Personen unter den Teppich gekehrt werde. Von den Behörden haben Hotels offenbar kaum etwas zu befürchten, denn in vielen Regionen lassen die Kontrollen der Feuerwehren – die Brandverhütungsschau – nach, da Personalmangel herrscht. Auch das Amt für Arbeitsschutz kommt oftmals nicht mehr hinterher, entsprechende Kontrollen durchzuführen. „Somit haben dann Hotels gute Chancen, solche Kontrollen zu umgehen. Brandschutztechnische Prüfungen wie Kontrolle von Brandabschnittstüren, Dunstabzug, Brandschottungen, Elektroverteilung etc. fallen weg oder werden einfach mal hinausgezögert. Somit hat man dann auch viel Geld gespart“, beklagt der aus dem TV bekannte „Hotelchecker“. Jander begleitet seit rund 20 Jahren Hotels und Versicherungen bei sicherheitsrelevanten Themen.

„Wir überprüfen Hotels im Auftrag von Banken und Versicherungen, und kontrollieren, ob die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden. Es kommt hin und wieder vor, dass die Verantwortlichen des Hotels den Sinn dieser Sicherheitschecks nicht verstehen, und uns ein entsprechendes Hausverbot erteilen - so geschehen in einem Wellness-Hotel, in dem wir eine erhebliche Menge leicht entzündliche Reinigungsmittel im Technikraum der Sauna vorfanden. Gefühlte Temperatur: 60 Grad Celsius!“, so Janders Bericht.

Top 5 Maßnahmen zur Brandbekämpfung
Um auf der sicheren Seite zu sein, müssen folgende Punkte beachtet werden:
1.    Unterweisung der Mitarbeiter bezüglich Brandschutz gemäß den gesetzlichen Bestimmungen
2.    Wartungen der brandschutztechnischen Einrichtungen wie Brandmeldeanlage, Brandabschnittstüren etc.
3.    Evakuierungsübung: Verbringen der Gäste in einen gesicherten Bereich, wie Nachbarhotel oder ähnlich
4.    Einweisung der Feuerwehr: Darauf achten, dass die Feuerwehrzufahrten frei sind und die Hydranten klar erkennbar und frei zugänglich sind
5.    Räumungsübungen sollten mit der örtlichen Feuerwehr regelmäßig geübt werden, damit sie sich im Brandfall entsprechend auskennt

„Wenn diese Dinge soweit eingehalten werden, dann sind Sie relativ sicher. Schicken Sie keine Mitarbeiter in den Brandbereich, denn 95 Prozent der Brandopfer sind Rauchgastote. Dreimal tief Luft geholt und Sie haben sich vergiftet“, rät Jander. Und weiter: „Bedenken Sie den feinen Unterschied zwischen einem Feuerwehrmann und einem Hotelmitarbeiter: Der Feuerwehrmann trägt persönliche Schutzausrüstung, der Mitarbeiter nicht.“
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